Aufs Zuhören vorbereiten: Tipps für Lerner*innen

Du weißt: Gleich kommt was Wichtiges und du solltest gut zuhören. Doch weißt du auch, wie du dich aufs Zuhören vorbereiten kannst? Diese sechs Tipps helfen dir weiter…

Als Lerner*in wird von dir immer wieder erwartet, dass du zuhörst, z.B. im Unterricht, bei Vorlesungen, bei Präsentationen, wenn du Arbeitsaufträge erhältst oder in der Zusammenarbeit mit anderen Lerner*innen.

Doch wie kannst du dich am besten auf eine anstehende Zuhörsituation vorbereiten? Was kannst du tun, um besser zuhören zu können?

Hier sind sechs Tipps für dich:

1. Selbst-Check

    Bevor du dich in eine wichtige Zuhörsituation begibst, führe einen kleinen Selbst-Check durch und kümmere dich um dich: Wie geht es dir gerade? Viele Menschen können nicht gut zuhören, wenn sie Hunger oder Durst haben, zur Toilette müssen oder sich körperlich unwohl fühlen. Vielleicht bist du auch gerade innerlich aufgewühlt, erlebst belastende Gefühle oder bist mit deinen Gedanken bei einem ganz anderen Thema. All das kann deine Zuhörfähigkeit beeinträchtigen.

    2. Das Thema

    Informiere dich schon vor dem Zuhören über das Thema, das gleich auf dich zukommen wird. Versuche dich, so gut es geht, auf das Thema einzustellen. Vielleicht kannst du das Thema der Vorlesung oder Unterrichtsstunde in einer Übersicht nachlesen. Hast du bereits eigene Fragen oder Vorwissen zu dem Thema? Was interessiert dich an dem Thema? Gibt es Fachworte, die du nicht kennst und auf die du besonders achten möchtest? Gibt es für Vorträge bereits eine Gliederung oder einen bestimmten Ablauf, der dein Zuhören strukturieren kann? All das kann dir helfen, dein Zuhören zu verbessern.

    3. Die Sprecher*innen

    Du kannst dir nicht immer aussuchen, wem du zuhören musst. Doch falls du die Person bereits kennst, kann es hilfreich sein, dich auf sie einzustellen. Wie laut spricht die Person? Wie gut verstehst du die Person (z.B. aufgrund von Dialekt oder undeutlicher Aussprache)? Wie schnell spricht die Person? Es lohnt sich, kurz über den/die Sprecher*in und die Sprechgewohnheiten nachzudenken, um daraus Konsequenzen für das eigene Zuhören abzuleiten (z.B. wo möchte ich mich als Zuhörer*in in einem Vortragsraum hinsetzen).

    4. Dein Ziel und deine Motivation

    Setze dir ein persönliches Zuhörziel, das dich durch den Zuhörprozess führt: Wem oder was möchtest du zuhören? Warum möchtest du zuhören? Unsere Ohren sind immer geöffnet und es gibt immer Geräusche in der Umgebung, die wir wahrnehmen. Es liegt an dir, zwischen all den Geräuschen das herauszufiltern, dem du zuhören möchtest (z.B. einer Stimme oder Musik). Das hilft dir auch, beim Zuhören motiviert zu bleiben und dich nicht ablenken zu lassen.

    5. Konzentration und Ablenkung

    Versuche beim Zuhören möglichst konzentriert zu sein und Ablenkungen (z.B. durch dein Handy oder andere Lerner*innen) zu vermeiden. Zuhören ist ein aktiver Prozess, der anstrengend ist und Konzentration erfordert. Daher ist es wichtig, vor allem wenn du länger zuhören möchtest, Pausen einzulegen und diese so zu nutzen, dass sich deine Konzentration erholt (z.B. in der Natur).

    6. Innere Einstellung

    Auch deine innere Einstellung beeinflusst dein Zuhören. Wenn du nicht offen bist und denkst, dass du schon weißt, was gleich gesagt wird, wirst du nicht konzentriert zuhören. Selbst wenn du glaubst, dass du ein Thema bereits kennst, überprüfe, ob es nicht noch Aspekte gibt, die du noch nicht kennst. Das gleiche gilt für Themen, bei denen du vermutest, dass sie langweilig sein könnten oder dich nicht interessieren: Versuche eine offene und neugierige Einstellung einzunehmen.

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    Literaturquellen

    Imhof, M. (2010). Zuhören lernen und lehren. Psychologische Grundlagen zur Beschreibung und Förderung von Zuhörkompetenzen in Schule und Unterricht. In Zuhörkompetenz in Unterricht und Schule. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis: Edition Zuhören (Nummer 8, S. 15–30). Vandenhoeck & Ruprecht : Göttingen. https://doi.org/10.25656/01:3228